Honaks Feldzug

Tar Honak auf dem Weg zum dritten Reich

  1. Wortherkunft
  2. Die Vorgeschichte
  3. Der Plan
  4. Kriegsverlauf

Wortherkunft

Viele Begriffe bezeichnen diesen Konflikt. Die Häufigsten seien hier genannt. Rabensturm nennen es die Mittelländer, sie haben den Orkensturm überstanden und werten somit die Bedrohung ab, damit werden sie auch noch fertig (vielleicht aber nich die Novadis). Der Horasier hat es hier mit dem Khomkrieg zu tun. Einfach, prägnant, aber irgendwie falsch, weil auch außerhalb der Khom gekämpft wurde, aber so genau nimmt man es nicht (es sind schließlich nur Novadis). Die Thorwaler sprechen von der Rabensaga, weil sie einfach zu allem ein Sagenlied mit mindestens eintausend Strophen schreiben. Auf Maraskan macht die Bezeichnung Das Jahr des Raben die Runde, weil das Jahr des Greifen in ihrem Kalender gerade zuende ist. Der Al’Anfaner kämmpft (bzw. lässt Söldner kämpfen) im totalen Krieg, während die Eingeborenen Novadis ihr Land im Großen Vaterländischen Bananenkrieg verteidigen. Erstaunlicherweise findet sich kein einziger, das den Löwen mit diesem Konflikt in Verbindung bringt.

Die Vorgeschichte

“In dem Zustand der Anarchie, des Despotismus oder einer schlechten Regierung wird Gewalt, Strenge oder Wildheit und nicht der Intellekt leicht den Sieg erringen.” – Selrahc Niwrad

In Honaks Feldzug, dem von ihm bezeichneten totalem Khomkrieg, spiegelt sich das Leben und das Wesen des Al’Anfanischen Herrschers wieder. Sein Krieg war nicht nur politisch und religiös motiviert, sondern hatte auch persönliche Hintergründe. Als Kind wurde Tar von einem tollwütigem Affen angegriffen. Noch heute streiten sich die Gelehrten, ob “Affe” in diesem Sinne wörtlich zu nehmen ist, oder, wie neuste Studien aufweisen, für eine gewisse andere Volkgruppe stehen.
Erschwerend kommt hinzu, dass Honak aus alten (und fehlerhaften), zu seiner Zeit wieder rekonstruierten Schriften viel über die Theorien eines Gewissen Selrahc Niwrad (muhahahah) lernte. Dieser schrieb eine Menge über Affen. Honak fasste sogleich den Plan, sich diese Affen untertan zu machen. Seine Zielsetzung war es, neben dem Alten und dem Neuen Reich, den Staatstadt Al’Anfas als nächstes Weltreich, sozusagen dem Dritten Reich zu etablieren.

Mit einem überraschenden Überfall auf das kleine Königreich Trahelien, gedachte er, den bedarf von Affen auf den Al’Anfaner Skalvenmärkten zu decken. Allerorts wurden die kleinen Tierchen von den Bäumen des trahelischen Dschungels geholt. Doch die Affen und die Trahelier wussen sich zur Wehr zu setzen. Honaks überfall löste Empörung im restlichen Aventurien aus. Schlagartig klärte sich das Bornland zu Waffenlieferungen an das kleine Königreich bereit. Der Baron von Winterkalt aus dem Neuen Reich entsandte neutrale Militärbeobachter, die die Affen an den neuen Waffen ausbildeteten (Bild rechts). Tausende Abenteurer, Glückritter und Söldner machten sich gen Süden auf, um Trahelien beizustehen. Medienberichten zufolge kam es zu regelrechten Staus und Karambolagen in der Meerenge zwischen den Zyklopeninseln, als tausende Schiffen mit freiwilligen Kämpfern voll beladen eben jene Strecke zeitgleich passieren wollten.
Der Feldzug war für Honak der totale Flopp. Zum einen hatte er jegliches Ansehen verloren, sich den Rest der Welt zum Feind gemacht. Darüber hinaus waren die erbeuteten Affen nicht als Sklaven zu gebrauchen. Sie waren aufmüpfig, ungehorsam, blöd und nicht in der Lage, Befehle entgegen zu nehmen. Honak musste neue Jagdgründe für seine Sklavenjäger finden.

Der Plan

“Kein Kalifat mehr! Unser Stadtstaat ist von Boron zum Herrschen bestimmt! Keine Macht neben uns! Alle nur Sklaven!” – Tar Honak (aus “Mein Krieg – Wie ich mein Reich erschuf”, seine Autobiographie)

Ein Blick auf die Landkarte verriet Honak sogleich sein nächstes Ziel. Im Hinblick auf politsche und strategische Gesichtspunkte war diese Wahl einfach nur vortrefflich. Der Patriarch hatte das Kalifat zur Hauptaufgabe seiner Eroberungen auserkoren. Zum damaligen Zeitpunkt war das Novadireich innerlich geschwächt und hatte in den letzten Jahren an Außenpolitischem Einfluss stark eingebüßt. Noch vom ersten Khomkrieg geschwächt, war die Wirtschaft erst gerade wieder im Wachsen begriffen. Durch seine derographische Lage befand es sich in den Einflusssphären der beiden Reiche, doch religiöse und historische Differenzen (Glaube an Rashtullah und Erbfeindschaft durch Kriege).
In Aller Eile stellte Honak ein gewaltiges Söldnerherr auf (für näheres Informationen siehe Honaks Armee). Die Werber rühmten sich mit Phrasen wie:

  • Kommt zur Armee – Denn Alles andere ist Alltag
  • Al’Anfas Söldner haben die Größten …Rotzen
  • Heuer an! Heiße Mägde fliegen auf dich wie Bolzen
  • Komm zu uns! Wir zahlen deine Reise. Plündern inklusive!
  • Ist dein Rambock so stark wie der einer Galeere?
  • Nach jeder Schlacht eine andere Frau! Raub sie und verkauf sie!
  • Gestern Trahelien. Heute das Kalifat. Morgen ganz Aventurien!

Schon bald platzte die Stadt aus allen Nähten. Honak verfrachtete alle Sölnder in seine Galeeren und ließ sie nach Selem schippern. Der Krieg hatte begonnen.

Kriegsverlauf

Der Auftakt

In den frühen Morgenstunden eines Tages Mitte Firun. Im Norden ist das Land noch bedeckt von einer dicken Schicht Schnee. Niemand würde an Krieg denken. Die Offiziersanwärter in Wehrheim planen das Strategische Vorgehen in der nächsten großen Schneeballschlacht gegen die Ausbilder. Der Aikar Brazgohar im Orland lässt sich Schnee schmecken, der in Fruchtsaft getaucht ist; Die Erfindung von Wassereis. Aneme schläft sogar noch unter dicken Decken, im Kamin brennt das Feuer. Die große Schicht an Bettzeug verhindet, dass ein Diener ihr königliches Pupsen hören kann.
Auch an der Küste im Süden, genaugenommen in Selem ist alles friedlich. Hier liegt zwar kein Schnee, die Stadt versinkt wie immer im Schlamm. Das ist wörtlich zu verstehen, Selem ist ein Drecksloch. ALs Novadi dürfte man nicht stolz sein, diese Stadt zum Kalifat gehörig zu betrachten. Ein paar Palmen wiegen im Wind, die Sonne erhebt sich langsam und über dem Wasser im Hafenbecken sind noch ein paar Nebelschwaden von der Nacht übrig geblieben.
Diejenigen Menschen, die schon wach sind, können es dann auf einmal hören. Das Wuschen, gefolgt von einem Platschen. Ein Geschoss! Es folgen Hunderte. Panik bricht aus. Wo die Rotzenkugeln einschlagen da spritzt der Schlamm schritthoch oder bersten Gebäude. Schreie tönen durch die Straßenzüge. Frauen fliehen und zerren ihre Kinde hinter sich her. Alte Menschen fallen in den Dreck und werden niedergetrampelt. Eine Stampede aus Affen und Kamelen. Es ist unfassbar. Nach nur einer Stunde wird am höchsten Turm der Stadt die weiße Flagge gehisst. Der Sultan von Selem ergibt sich. Eins nach dem anderen laufen die Schiffe des Patriachen in den Hafen ein. Es scheint, als würden noch Tausende am Horizont auf hoher See warten. Wie Ameisen aus einem Bau marschieren die Söldlinge Al’Anfas aus den Galeeren der Schwarzen Armada. Es ist vollbracht. Dies ist der Anfang vom Ende.

Ein Gegenschlag?

Der Brückenkopf des Patriachen war noch ungesichert. Das Bündnis mit dem feigen Sultan Selems wackelig. Der Kalif Buddelrum wähnet sich siegessicher und sammelte in Unau ein Heer aus Getreuen. Vor dem Rastullah Tempel der Stadt hielt er eine Rede an die Bevölkerung und schwört vor versammelter Mannschaft, keine Banane mehr anzurühren, bis der Feind zurück ins Meer getrieben sei. Auf dem Basar wurden bereits Landstücke in Al’Anfa an den Meistbietenden verkauft, man plante, den Krieg zu Tar Honak zu tragen. Die Schatzkisten wurden geöffnet und kurzerhand alle Söldnerbanner und weitere Willigen Abenteurer der Umgebung unter das Löwenbanner geholt. Rasch zog das Heer des Kalifen aus.
Honak, bei weitem nicht so dumm, wie sein Name vermuten lässt, hatte aus seinen Fehlern in Trahelien gelernt und führte sein Heer in strammen Marsch den Szinto hinauf. In Selem blieb eine kleine Garnision seiner Söldner zurück um führ Ruhe in der Stadt zu sorgen. Bald sollen neue Galeeren der Schwarzen Armada eintreffen und Naschub bringen. Die Garde Selems, die Selemitischen Reiter, gliederte Honak in seinen Heerhaufen ein und lässt sie ebenfalls vorrücken. Mit diesem Schachzug gelang dem Patriachen gleich zweierlei: Die Gefahr eines gewaltsamen Aufstandes in Selem wird unterbunden, da der Stadt ihre Haustruppen entzogen wurden und rr bindet die Selemer an sich, sobald sie einmal im Feld gegen ihre Landsleute standen, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als dem Patriach treu ergeben zu sein. Von den Novadis haben sie keine Gnade mehr zu erwarten.

Beide Heere zogen nun aufeinander. Eine offene Feldschlacht war unausweichlich. Während Honak sich nur darauf konzentrierte die bisher vom ihm besetzten Gebiete zu halten und seinen Vormarsch am Laufen zu halten, suchte der Kalif in diesem Gefecht die Entscheidung. Buddelrum wollte den Krieg so schnell wie möglich beenden und schwörte seine Novadis auf einen schnellen Sieg ein. Der Patriach ging bedachter vor und taktierte. In der Nähe des kleinen Städtchen Makilabad trafen die beiden Kontrahenten aufeinander. In der Furt durch den Szinto kam es zu einem erbitterten Gefecht, der Schlacht von Makilabad.
Das Heer der versammelten Novadistämme wird vernichtend geschlagen. Den Wenigsten gelingt die Flucht. Der Kalif findet, zusammen mit seinen fähigsten Streitern, den Tod. Buddelrum hatte alles auf eine Karte gesetzt und verloren. Honak ist es nicht nur gelungen, seine Position zu behaupten, er hat die Novadis sosehr aus der Reserve gelockt, dass ihm die weiten Gebiete bis zur Hauptstadt Unau ohne nennenswerte Gegenwehr in die Hände fallen.
Vor den Toren Unaus wird Honak, so seine Annahme, nur noch auf eine Stadt ohne Verteidigung und Führer treffen. Und Unau ist das Tor zur Wüste…

Der Marsch auf Unau

“Nichts und niemand konnte uns aufhalten. Ich, an der Spitze eines Heeres tausender Recken. Recken, die für ein paar Münzen alles tun würden. Wer würde es wagen, sich mir in den Weg zu stellen, geschweige denn, könnte mir etwas vergleichbares entgegen setzen?” -Tar Honak (“Mein Krieg”)

Nach dem kollosallen Triumph an der Szintofurt hatte Honaks Armee seine Feuerprobe bestanden. Die erste Schlacht des Krieges war geschlagen. Das Kalifat hatte sein Oberhaupt verloren. Jegliche Initiative war an Al’Anfa gefallen. Die Novadis, ohne nennenswertes Heer im Umkreis von 500 Meilen, waren vollends in die Defensive gedrängt worden, es war fraglich, ob sie überhaupt noch Gegenwehr bieten konnten.
Das Söldnerheer kampierte zunächst noch in Makilabad. Diejenigen, welche Verwundungen davongetragen hatten, mussten für den bevorstehenden Marsch bereit gemacht werden. Honaks Plan sah vor, mit aller ihm zur Verfügung stehenden Härte zuzuschlagen.

“Ich!” -zeitweise totgeglaubte Kriegsheldin, Legende, Stachel in Honaks Fußsohle, Geißel der Karinor, erste Verteidigerin von Unau, Auserwählte der Zwölfgöttlichen Geschwister und der Schrecken, der die Nacht durflattert (die Titulatur beschränkt sich hierbei nur auf Titel, die während dieses Krieges erworben wurden)

Im Auftrag von Honaks Leibmagier Araldo (siehe Honaks Magier) sollten einige seiner Schergen die Unau durch Sabotageakte in Angst und Schrecken versetzen. Die Erstürmung der Stadt sollte möglichst verlustfrei vonstatten gehen. Doch zu diesem Zeitpunkt traten erstmals einigen Personen aus der breiten Masse der Novadis hervor, die man so gar nicht an diesem Flecken Deres erwarten würden. Ihre namen sind unvergessen, Kinder wurden nach ihnen benannt, die Taten besungen und so legendär, dass sie fast schon unglaubwürdig erscheinen. Ihre Persönlichkeit war für die einfachen Menschen eine Inspiration und gab ihnen in Zeiten größter Verzweiflung und Not wieder Hoffnung und Kraft, sich dem Übel mutig zu stellen.
Es gelang diesen von der Sonne beschienenen Streitern nicht nur, die feindlichten Infiltrationsversuche zurückzuschlagen, sie motivierten gar die Bevölkerung der Stadt.Voller Eifer wurden die Verteidungsanlagen ausgebessert, Mistgabeln geschärft und wurfgeschosse auf die Mauern geschafft. Unau hatte beschlossen, zu kämpfen. Als der Heerhaufen Al’Anfas einige Wochen später vor der Stadt aufzog fand er Unau nicht wehrlos vor. Auf den Mauern wehten Stolz die Banner, die von der Freiheit der Menschen kündigten. Allen vorran das Banner des gehängten Raben. Eine offene Herausforderung an den Patriarchen.

Der Kampf um die Stadt sollte kurz werden. Doch dafür war er um so heftiger. Das schwere Kriegsgerät der dunklen Söldlinge wurde schon im Vorfeld derartig beschädigt, dass es nichtmehr tauglich war. Honak ließ sodann die Wälle mit aller Gewalt bestürmen. Vom Kampfverlauf ist den Chronisten nicht viel überliefert. Es lässt sich lediglich rekonstruieren, wie erbittert gekämpft wurde. Die Verteidiger waren so entschlossen, jeden Fußbreit zu halten, dass sie sogar die Gebäude der Stadt, die vom Feind besetzt wurden, kurz vor dem Rückzug zum Einsturz brachten. Der Blutzoll auf beiden Seiten war unbeschreiblich hoch. Die Verwüstungen waren noch auf Jahre hinaus in der Stadt zu sehen. Berichten zufolge hat eine einzelne Frau hunderte Al’Anfaner getötet, indem sie die eroberten Tor in dem Moment zum Einsturz brachte, als der Feind einrücken wollte. Bedauerlicherweise half alles Nichts, denn Unau fiel. Das Kalifat musste seine zweite Niederlage hinnehmen und die Hoffnung auf eine Wende im Kriegsglück schwand zusehends.

Honaks Feldzug

Der Löwe und der Rabe Urmel